Was ist Runningwolf und Art of Running?

Runningwolf - Das Lauftechnik-System - Wie wichtig ist Lauftechnik?

Die Lauftechnik-Methode, die dich schneller, leichter und effizienter laufen lässt

Ich bin u.a. zertifizierter Seminarleiter und Coach und nutze das Runningwolf-System für die Lauftechnik-Seminare. Doch was ist eigentlich Runningwolf und Art of Running, wer steckt dahinter und warum wird diese spezielle Technik nicht überall gelehrt?

Runningwolf entstand vor mehr als 10 Jahren als Lauftechnik-Schulsystem bei Wolfgang Schweim. Mit über 40 Jahren Erfahrung in der Laufschuhindustrie bei Nike, Saucony, Asics und Newton, in beratender Funktion für weitere Marken und als selbst exzellenter Läufer entwickelte Wolfgang Schweim eine Lehrmethode, die es Läufern ermöglicht, ihre individuelle Technik zu verbessern, ohne komplexe Routinen auswendig lernen und anwenden zu müssen.

Über die Jahre wurde diese Technik immer feiner, und Einflüsse aus dem Profisport – unter anderem von Weltklasse-Triathlet Patrick Lange – machten das System für immer mehr Läufer und Triathleten interessant. Spätestens die mehrfachen Streckenrekorde auf der Ironman‑Marathonstrecke in Kona/Hawaii durch Lange sorgten ab 2017 für ungläubiges Staunen bei Konkurrenten, Medien und Fachleuten. Was war bei Lange passiert?

Das kontinuierliche Arbeiten an der Lauftechnik hatte den vormals bereits guten Läufer nicht nur noch schneller gemacht, sondern auch Ökonomie und Effizienz so deutlich verbessert, dass er Streckenrekorde am Fließband ablieferte und inzwischen dreifacher Weltmeister ist und nach wie vor den Laufstreckenrekord von Hawaii hält.

Das Triathlon Magazin (Ausgabe 188, 2021) widmete Wolfgang Schweim ein ausführliches Porträt und förderte dabei nicht nur eine außergewöhnliche Karriere, sondern ein förmlich filmreifes Leben zutage, in dem gut erkennbar wird, wie weit der Laufguru über den Tellerrand schaut, um seine Schützlinge zu verbessern.

 

Wolfgang Schweim - der Runningwolf in der Triathlon 188 (2021)
Wolfgang Schweim – der Runningwolf in der Triathlon 188 (2021)

 

Runningwolf heute – die Lauftechnik-Schmiede

Lauftechnik ist vor allem im Breitensport vollkommen unterschätzt. Der Glaube dass „jeder laufen kann“ und keiner Optimierung bedarf, ist weit verbreitet. Ganz im Gegensatz zur Profiwelt, in der heutzutage ohne gute Lauftechnik nichts mehr zu holen ist. Dabei geht es nicht nur um Minuten oder Sekunden, sondern auch und vor allem um Effizienz und Ökonomie, die Belastungsminimierung und letztlich das schnellere Regenerieren. Der beim Laufen hohe Impact auf Muskeln, Faszien, Sehnen, Bänder und Gelenke mit dem 2- bis 3-fachen Körpergewicht ist nicht zu vergleichen mit Radsport, Schwimmen und andere Ausdauersportarten. Im Bereich des Trailrunnings kommen sogar noch stärkere Belastungen durch Höhenprofile, wechselnde Untergründe und muskulär sehr anspruchsvolle Downhills hinzu.

Steigerungen von bis zu 15%, in einigen Fällen auch mehr, sind keine Seltenheit nach einer Lauftechnikoptimierung. Wem das nach wenig klingt, sollte sich den Taschenrechner zur Hand nehmen und selbst rechnen, was eine um 15% schnellere Pace bei gleicher Belastung bedeutet! Wir sprechen hierbei von deutlichen Klassenunterschieden die Läufer von der langsamen in die schnelle Gruppe katapultieren können. Rechnet man den Trainingsfortschritt  noch hinzu, darf der/die Läufer/in von Zeiten träumen, die er/sie vorher nie zu träumen gewagt hatte.

Runningwolf ist keine Firma, keine Organisation, kein Anlaufpunkt mit Schulungsräumen. Vielmehr ist es heute ein Verbund von einem Dutzend bei Wolfgang Schweim ausgebildeter Coaches, einige davon aus dem Profisport und mit weiteren Qualifikationen ausgezeichnet, die das Lehrsystem verteilt über Deutschland anbieten und in Seminaren aus Praxis und Theorie lehren. Die „Runningwölfe“, das Rudel, folgen nach wie vor Schweim, der sich seit einigen Jahren auf Triathlon-Profis auf Weltklasse-Niveau konzentriert.

Das System ist also eine ausschließlich von Runningwolf zertifizierte Leistung, die es auch nur von zertifizierten Coaches gibt und in klassischen Laufschulen und  bei freien Coaches nicht unterrichtet wird.

 

Was macht das Runningwolf-System so außergewöhnlich?

Klassisch: Die Mehrheit der Laufschulen versucht, die Lauftechnik ihrer Kunden durch Drills und das Lauf‑ABC (eine Sammlung von über 30 Übungen) zu verbessern und akzeptiert dabei meist den individuellen Fußaufsatz. Die Veränderung grundlegender Laufbewegungen ist jedoch zeitaufwändig, kann bei falscher Ausführung zu Überlastungen führen und sorgt häufig für Frustration, wenn Fortschritte ausbleiben. Daher wird dieses Thema in vielen Angeboten eher am Rand behandelt, während stattdessen stärker auf Beweglichkeit, Ausgleichstraining und allgemeine Trainingssteuerung gesetzt wird.

Spezialisiert: Nur wenige Coaches arbeiten systematisch und über das klassische Spektrum hinaus an der Lauftechnik und sprechen offen darüber, dass bestimmte Fußaufsatzmuster – wie ein ausgeprägter Fersenlauf mit vorgestrecktem Bein – biomechanisch ineffizient sind und langfristig verändert werden sollten. Auch hier kommen spezifische Drills zum Einsatz, die den Weg zu einer besseren Technik ebnen sollen. Das kann funktionieren, doch die Quote derjenigen, die damit nicht nachhaltig zurechtkommen, ist nicht gering – was durch Studien zur motorischen Lernübertragung und zur begrenzten Wirksamkeit isolierter Technikdrills gestützt wird.

Runningwolf: Im Runningwolf‑System wird dagegen neurodidaktisch gearbeitet. Zunächst wird die Eigenwahrnehmung beim Laufen geschärft, die jeder für sich erläuft. Anschließend gibt der Coach sehr einfach nachvollziehbare und bildhafte Vorgaben, die in der richtigen Reihenfolge angewandt automatisch – und ohne klassische Drills – Haltung, Gesamtkörperschwerpunkt, Kadenz und schlussendlich auch den Fußaufsatz beeinflussen. Diese Veränderungen entstehen nicht durch bewusstes „Korrigieren“, sondern als logische Konsequenz der einfach umsetzbaren Bilder und Wahrnehmungsimpulse. Ergebnis des Basisseminars Art of Running ist ein kompakter Werkzeugkasten, der es dem Läufer ermöglicht, sich künftig ohne Fremdwahrnehmung durch Dritte oder Videoanalysen selbst zu korrigieren. Das Etablieren und endgültige Automatisieren der neuen Muster erfolgt anschließend bei den eigenen Läufen.

Das System ist einfach erlern- und umsetzbar und wird zum Beispiel auch im Mentalcoaching von Profisportlern, in vielen Kampfkünsten, in der Tanzpädagogik, bei modernen Fremdsprachensystemen und natürlich auch in der Physiotherapie & Neurorehabilitation angewandt. Das System ist nicht neu, sondern in Teilen viele Jahrhunderte alt. Im Laufsport ist es jedoch noch recht jung und erst durch Runningwolf zur Reife gelangt.

Weiterführende Links

Runningwolf-Lauftechnik Seminare sind allen Läufern jeder Leistungsklasse zugänglich, vom absoluten Anfänger bis zum Podiums-Wettkämpfer. Die Seminare nehmen etwa 3 Stunden in Anspruch und werden deutschlandweit und in Österreich von zertifizierten Lauftrainern und Coaches angeboten.

Podcasts

Coach Julia Lange hat die Runningwolf-Lauftechnikseminare bereits in mehreren bekannten Podcasts beschrieben. Die Podcasts liegen auf vielen Portalen, hier direkt abrufbar über einen Spotify-Link. Hör einfach mal rein: