Lauftechnik verbessern: Warum du beim Laufen unbewusst abbremst

Overstriding korrigieren mit Art of Running

Kennste das? Du läufst und läufst und irgendwie stellt sich dieses Gefühl von „Leichtigkeit“ nie ein. Im Gegenteil, es fühlt sich schwer und kraftraubend an. Die gute Nachricht: Du musst nicht härter trainieren, sondern lediglich deine Lauftechnik verbessern, um deine unbewusste Bremse zu lösen!

Jeder kennt diese Läufer, die immer schwärmen, wie leicht ihnen das Laufen fällt und wie „flowig der Run“ wieder einmal war. Und andere erreichen diesen ominösen Flow nie – so locker sie auch versuchen zu sein. Was muss man also tun, um endlich auch locker und entspannt zu laufen?

Zunächst einmal das: Unter Läufern ist der „Flow“ eine Art Statussymbol. Wer ohne große Kraftanstrengung laufen kann, beherrscht es – mutmaßlich. Aber sei beruhigt: Der überwältigende Teil der Läufer hat ähnliche Probleme, egal wie cool man sich gibt. Es gibt Tage, an denen es besser läuft, und welche, an denen es einfach nur anstrengend ist. Und oft, sehr oft, hat es etwas damit zu tun, dass man in der Lage ist, mit Kraft eine mäßig gute Lauftechnik auszugleichen und es trotzdem zu genießen. Es gibt auch Profi-Läufer, die mit Kraft eine mangelhafte Technik wettmachen und Top-Rennen gewinnen. Stell dir vor, wie schnell diese wohl mit guter Technik wären …

Was ist Lauftechnik überhaupt – und warum entscheidet sie über Frust oder Flow?

Vergiss komplizierte wissenschaftliche Vorträge. Lauftechnik ist schlicht und ergreifend das Zusammenspiel deines gesamten Körpers in der Bewegung. Es ist das große Ganze, bei dem jedes einzelne Rädchen ineinandergreifen muss.

Es geht um deine komplette Körperhaltung – und zwar ganz besonders im Oberkörper. Sackst du in der Hüfte zusammen oder bleibst du stolz und stabil? Es geht um deinen Armschwung: Blockierst du dich selbst oder nutzt du die Arme als Taktgeber? Und natürlich geht es um den Fußaufsatz und die Art, wie du im Bruchteil einer Sekunde wieder optimal Schwung für den nächsten Schritt holst.

Lauftechnik ist die Kunst, all diese Bewegungen so zu koordinieren, dass dein Körper auf dem Asphalt oder Trail nicht gegen sich selbst kämpft. Und genau hier entscheidet sich am Ende, ob du frustriert die Handbremse anziehst oder locker in den Flow kommst.

Das unbewusste Abbremsen – Overstriding

Einer der häufigsten Fehler (man geht von über 90% aller Läufer aus), ist das Overstriding. Beim Overstriding setzt der vordere Fuß über die Ferse vor dem Körperschwerpunkt auf. Bedeutet, der Läufer muss jetzt über die Ferse und den gesamten Fuß erst einmal abrollen, um in die Schwungphase und den Abdruck zu kommen. Das ist so ziemlich die größte Bremse die man sich im Laufen vorstellen kann und etwa so ähnlich, als ob wir versuchen würden mit Würfeln Fußball zu spielen. Der Ball ist rund, weil er so am besten rollt! Warum also sollte man sich selbst ausbremsen, in dem man über die Ferse abrollt?

Aber so laufen doch fast alle, hören wir dann oft. Und das stimmt! Aber das macht es nicht besser. Abgesehen davon nämlich, dass diese Art zu laufen viel Energie verschwendet, produziert sie auch noch einen harten Impact auf die Schienbeine (Stichwort „Shin Splints“) und etwas weiter oben auf das Knie – und da endet es nicht, den letztlich darf sich auch noch die Hüfte daran „erfreuen“. Diese komplette Kette ist extremen Belastungen ausgesetzt, die nicht sein müssen. Und genau das ist der Grund, warum heute die meisten Laufschuhe krass gedämpft sind! Es ist eine Reaktion der Schuhindustrie, diese Probleme mit Technologie zu verhindern. Löst es das Problem? Nein – es lindert nur die Auswirkungen.

Das entspricht in etwa dem sehr gerne bei Hausärzten gewählten Rat, doch mit dem Laufen aufzuhören, wenn das Knie weh tut. Ja, dann tut das Knie vermutlich nicht mehr weh. Aber Laufen tust du auch nicht mehr. Ist das die Lösung?

Overstriding – und wie Art of Running es löst

Jetzt kommt das kuriose: Dein Overstridung interessiert uns im Seminar ü-ber-haupt nicht. Warum nicht? Weil die Arbeit daran es zu verhindern, ein viel zu komplexer Vorgang ist und die Chancen es mit vielen merkwürdigen Übungen abzustellen, in der Regel sehr gering sind. Körper und Gehirn sind damit einfach überfordert. Du lernst in Art of Running eine Technik und ein „Werkzeugset für daheim“, mit dem du an ganz anderen Stellen wirkst, die Haltung veränderst, die Kadenz erhöhst und dabei unweigerlich und unterbewusst Stück für Stück deine Lauftechnik auf ein neues Level hebst. Es braucht Zeit, aber es passiert und es wird dich umhauen und viele Probleme die du vorher aufgrund von Overstriding hattest, einfach vom Tisch wischen. Du läufst mit weniger Energie schneller, kraftvoller, leichter und mit mehr Freude dabei.

Auch deine Schuhwahl wird nun deutlich einfacher, die Schuhe halten länger und die allseits unbeliebte Plantarfasziitis verliert ihren Schrecken, weil sie primär Läufer mit Overstriding zur Verzweiflung treibt. Das betrifft übrigens in etwas geringerem Umfang auch den Fersensporn.

Art of Running löst auch noch einen ganzen Blumenstrauß anderer Probleme quasi als „Abfallprodukte“ und verbessert deine Lauftechnik durch eine Neuprogrammierung fehlerhafter Bewegungsmuster, die wir uns über die Jahre leider vollkommen unerwünscht angeeignet haben. Aber wie schon erwähnt, es ist zu korrigieren und dann klappt es auch mit dem Flow beim Laufen. Garantiert!